Samstag, 27. August 2016

Der einfache Weg?

Seit meiner Operation - und eigentlich auch schon vorher - bekomme ich sehr viel Unterstützung aus meinem Umfeld. Meine Familie steht hinter mir, lässt sich immer auf den neuesten Stand bringen. 
Meine Freunde motivieren mich bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Danke dafür und ganz liebe Grüße an meine "Football-Mädels": Ihr seid super! 

Das schlimmste, was mir bisher entgegenkam, war Neutralität. 

Aber wenn man sich so wie ich mit einem Blog in die Öffentlichkeit wagt, dann ist es damit auch schnell vorbei. In letzter Zeit bekomme ich öfter mal per email die Aussage "Na, da hast Du es Dir aber auch leicht gemacht, hast es wohl sonst nicht hingekriegt!!". Solche Leute kommentieren das nicht in der Öffentlichkeit, wo man sich mit ihnen auseinandersetzen könnte, sondern schreiben direkt. 

Und was soll ich sagen? Stimmt! Ich habe es "sonst nicht hingekriegt". Wenn das nicht der Fall wäre, hätte ich mich wohl nicht für die Operation entschieden. 

Aber eine Sache stimmt nicht: es ist NICHT der einfache Weg. Wenn ich Glück habe, habe ich noch mehr als die zweite Hälfte meines Lebens vor mir. Das bedeutet, ich werde für noch mehr als 40 Jahre darauf achten müssen, was ich esse und trinke. Essen und trinken muss getrennt werden. Für den Rest meines Lebens muss ich Supplemente zu mir nehmen. Eiweiß hier, Vitamine da und ich bin mir sicher, nach dem Blutbild wird noch einiges an Mineralstoffen kommen. 

Ich werde jedes Mal rechnen und kalkulieren müssen, wie ich mit dem Essen hinkomme, wenn ich aus dem Haus gehe. Die Dumpingfalle ist überall. 

Dazu kommt die körperliche Veränderung: bei der schnellen Gewichtsabnahme kann ich gar nicht so viel Sport machen, um alles da zu halten, wo es hingehört. Also kann ich mich schon mal auf Wiederherstellungsoperationen einstellen. Also hier und da Haut wegschneiden. 

Oktoberfest? Alkoholfreies Bier, am halben Hahn knabbern und immer der Fahrer sein. 

So, und jetzt sag mir nochmal jemand, ich hätte den LEICHTEN WEG gewählt!!

Dieser Blogpost ist nicht editiert und einfach nach dummen Bemerkungen von der Leber weg geschrieben. Muss auch mal sein. 

Montag, 22. August 2016

Eiweiß die Zweite

Heute stand mal wieder ein Arzttermin an. Ich habe zum Glück in Frankfurt einen Internisten gefunden - bzw. empfohlen bekommen -, der ein Spezialist für Ernährungsmedizin und für Adipositaspatienten ist. Wer interessiert ist: Dr. Klaus Winckler (www.docwinckler.de)

Sehr praktisch, es gibt auch eine Ernährungsberaterin im Haus - sozusagen ein Rundum-Sorglos-Paket :) 

Und da stand heute das erste große Blutbild an. Die Ergebnisse gibt es Anfang nächster Woche. Ich stelle mich schon mal auf weitere Supplemente ein. Es geht also darum, in wieweit ich eine Mangelernährung habe. DASS ich eine habe, steht ausser Zweifel. Erstens ist das ja sozusagen der Sinn der OP: eine verringerte Kalorienzufuhr, womit dann halt auch leider immer die verringerte Nährstoffzufuhr einher geht und zweitens verliere ich meine Haare im Sekundentakt. Am Wochenende pulte eigentlich immer eines  meiner Mädels mir die Haare von den Klamotten. 


Danke dafür!! 

Aber wieso jetzt eigentlich "Eiweiß die Zweite"? Fleissige Leser wissen, dass ich bei der Ernährung sehr darauf achten muss, viel Eiweiß zu mir zu nehmen. Bisher hiess es 60-80 Gramm und ich war froh, wenn ich auf die 60 Gramm kam. Und jetzt ratet mal?! Richtig - das reicht nicht. Es müssen MINDESTENS 80 Gramm sein. Eigentlich war der O-Ton "davon können Sie gar nicht genügend" essen. Puuh.. na super, ich war doch schon stolz auf meine 60 Gramm. 

Übrigens: die gängige Empfehlung für Eiweiß lautet 1g pro kg Normalgewicht. Guckt doch mal, ob Ihr genügend zu Euch nehmt. 

Pünktlich zu diesen Neuigkeiten kam über das Wochenende meine letzte Buchbestellung. "Gut essen rund um die Adipositas-OP" von Dr. Heike Raab

Auch das ist eine Empfehlung meiner Chirurgin. Ab jetzt wird also mal wieder nach Rezept gekocht. Habe ich schon lange nicht mehr gemacht :) 

Auch darüber werde ich berichten. 

Und auch eine Buchrezension habe ich schon lange nicht mehr geschrieben. Ich bin selbst gespannt. 


Mittwoch, 3. August 2016

3-Monats-Nachuntersuchung

Das habe ich ja fast vergessen, heute ist noch etwas schönes passiert: ich hatte meinen 3-Monats-Check nach der Operation. 

Kurz gesagt: alles ist gut! Die OP-Wunden heilen so wie sie sollen, innerlich wie äusserlich. Wenn es nach mir ginge, könnten die Narben natürlich schneller verblassen, aber das ist halt so. 

Meine Leber ist mächtig entfettet, es schwirrt auch nirgendwo Flüssigkeit rum, wo keine hingehört. Die Gallenblase sieht gut gefüllt aus. Alles so, wie es sein soll. 

Aber eine Sorge habe ich doch. Seit ca. 2 Wochen habe ich kräftigen Haarausfall! Und zwar nicht nur so ein bißchen, sondern ich habe ich die büschelweise in der Hand! Und das ist ja mein Horror, ich bin ja so pienzig mit meinen Haaren. Ich habe ja eigentlich so einer Pferdemähne. 

Meine schlimmste Vorstellung vom Alter war immer, dass ich zu diesen Frauen gehören, die so dünne Haare bekommen, dass man die Kopfhaut durchsieht. 


Was es nicht alles gibt?!?!? 


Aber auch die Sorge konnte meine Chirurgin mir nehmen, das hätte etwas damit zu tun, dass "das Fett schmilzt". Das wäre die allgemeine medizinische Einschätzung, die allerdings noch nicht wissenschaftlich getestet nachgewiesen ist. 

Denn anscheinend hat Körperfett ähnliche Effekte wie das weibliche Hormon Östrogen. Deswegen würden - wenn überhaupt - auch nur Frauen darunter leiden. Sie verglich es mit Abstillen. ;) 

Und jetzt mal die Frage an alle stillenden Mamas da draussen. Hattet Ihr das auch?? 

Und um auch  mal die Statistikfrage zu beantworten: Stand heute habe ich 32 Kilogramm verloren. 



Sportlich, sportlich!

Heute war es Zeit für meine erste offizielle Personal Training Stunde mit Moritz. "Treue" Leser werden den Namen kennen. Das ist der junge Mann, der mich im Probetraining so gequält hat, dass ich die Treppen nicht mehr runter kam

Und was soll ich sagen? Heute fand ich es noch anstrengender! Vielleicht auch, weil es viel wärmer war. Der Schweiss lief in Strömen und meine Beine fingen an zu zittern. Und als er auch noch mit diesem fiesen, an den Schulsport erinnernden Medizinball ankam, hätte ich ihn am liebsten geboxt. Wenn ich in den Armen noch die Kraft dazu gehabt hätte! :)

Aber eines muss ich ja sagen: wenn mich früher diese Spiegel, die überall hängen, zur Verzweiflung gebracht haben, war es heute schon sehr cool zu sehen, dass da keine Rollen mehr durch das T-Shirt durchgucken. 

Nach dem Training ging es noch zum "Ausschwimmen" in den Pool. Ein bißchen auslockern und bewegen, ich hoffe, es hilft gegen den erwarteten Muskelkater. 


Luxusprobleme!!


Und die erste Herausforderung gab es schon beim Tasche packen. Ich wusste ja, dass ich mich auf viele  Kniebeugen und Ausfallschritte einstellen darf. Also, welche Hose passt noch so gut, dass die mir nicht nach jeder Kniebeuge über den Hintern rutscht? 

Und ich glaube, es wird Zeit für einen Abstecher nach Herzogenaurach, zu meinem Lieblingshersteller mit den 3 Streifen.