Mittwoch, 19. Oktober 2016

Endlich etwas herausgefunden!!

Da war ich also wieder. Püntklich, genau auf den Tag genau 6 Monate nach meinem letzten Besuch in der Aufnahme des Krankenhaus Nordwest, saß ich wieder auf dem Stuhl und händigte der netten Dame meine Papiere aus. 

Ich war für die Magenspiegelung stationär aufgenommen. So sollte endlich herausgefunden werden, warum mir so oft übel ist und ich auch erbrechen muss.

Also wieder rauf auf Station, dieses Mal ein Zimmer weiter. Das wäre ja noch etwas gewesen, wenn ich im selben Zimmer gelandet wäre :) 

Die Magenspiegelung verlief ohne Probleme, und selbst wenn, hätte ich davon ja nichts mitbekommen. Schön schlafen gelegt und kaum 5 Minuten später war ich schon wieder wach. 

Und das Ende vom Lied? Ich habe 2 entzündete Magengeschwüre. Igitt! Aber kein Wunder, dass ich jedes Mal nach dem Essen Magenschmerzen habe. 

Also alles zurück auf Anfang. Schonkost sozusagen. Nichts stark gewürztes, kein rotes Fleisch, viel gedünstetes, alles lauwarm. Möglichst magenschonend. Klingt irgendwie langweilig.

Dazu Medikamente und ich war so froh, dass ich drogenfrei bin! 

Aber das bekomme ich schon hin. 

So, und jetzt tue ich mir noch heute und morgen leid und danach bin ich dann wieder die Alte... schau'n wir mal :) 

Sonntag, 16. Oktober 2016

Update nach 6 Monaten

Letzte Woche war der 6-Monats-Checkup. Ich "feiere" ja in 3 Tagen 6 Monate post OP. 

Körperlich ist von außen alles prima. Auch die Ultraschalluntersuchung ergab nichts ausser: alles so, wie es sein sollte. Der Verlauf der Gewichtsabnahme ist auch perfekt. Ich bin also ein Vorzeigepatient :) 

Aber was meine Ärztin genauso verwundert wie mich, ist die ständige Übelkeit und das Erbrechen. Als ich sagte "wenn das jetzt nach 6 Monaten nicht vorbei ist", antworte sie scherzhaft mit "dann sind Sie schwanger". 

Also eines mal gleich, wenn ich jetzt schwanger wäre, würde ich als medizinisches Wunder von Talkshow zu Talkshow reisen, berühmt werden und mich um die Übelkeit nicht mehr scheren :) 

Ende vom Lied: ich darf nächste Woche nochmal für 2 Tage in die Klinik. Es gibt eine Magenspiegelung. Ich hoffe ja, dass es nur der Heliobakter ist, der nicht ausgeheilt ist. Den hatte man bei mir vor der OP festgestellt und nach knapp 3 Monaten habe ich dann die Antibiotika-Kur gemacht. 

Also Daumen drücken!

Samstag, 8. Oktober 2016

Glück und Leid

Noch vor ein paar Tagen habe ich mit Euch meine tollen Erlebnisse im Wiesn-Urlaub geteilt. Inclusive shoppen mit Mama und tollen Tagen auf dem Oktoberfest. 

Aber nach einer Magenbypass-OP liegen Glück und Leid manchmal sehr dicht beieinander. Denn heute habe ich eigentlich nur einen einzigen Wunsch... 

Ich möchte nie wieder essen müssen! 


Wenn man zwei Tage hinter sich hat, an denen man nach jeder zweiten Mahlzeit über der Toilettenschüssel hängt, weil das Mägelchen mal wieder rumzickt, dann mag man einfach nicht mehr. 

Kann ich das Essen nicht einfach "outsourcen"? Ich ernähre mich gerne von Ergänzungsmitteln, wenn ich dann nie wieder über der Toilette hänge. 

Ich weiss, dass das nicht geht, aber der Gedanke ist verlockend. Denn sich ständig übergeben ist nicht nur eklig sondern auch anstrengend. 

Und es macht nicht wirklich Appetit auf die nächste Mahlzeit. Die ich ja zu mir nehmen MUSS. Regelmässiges Essen ist nach einer OP noch viel wichtiger als vorher. Aber einladend ist es gerade nicht ... 

Nur mal so... aus "ein Tag im Leben einer Magenbypass-Patientin" :)

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Meine erste Wiesn nach dem Magenbypass

Es war soweit. Meine erste Wiesn nach dem Magenbypass stand an. Schon 2 Wochen vorher war ich bei meiner Schwester in München zu Besuch, um meine Dirndl abnähen zu lassen. Eines wurde wirklich kleiner gemacht und bei 2 anderen sagten mir sowohl die Schneiderin als auch meine Schwester unisono "das geht so, das muss nicht gemacht werden". Eines vorweg: das sollte sich rächen!

Schon im Vorwege hatte ich mir Gedanken gemacht, wie ich das wohl logistisch hinkriegen soll. Alkoholfrei auf einem Bierfest und in Miniportionen bei deftigem bayrischen Essen. Na, das würde eine Herausforderung werden!

Aber ich bin seit dem ersten Besuch ein Wiesn-Fan geworden und schon letztes Jahr musste ich krankheitsbedingt absagen, ich hatte einen Hörsturz. Und dieses Jahr wollte ich nicht schon wieder aussetzen. Ich war mir sicher, ich bekomme das hin.

Zug war also gebucht, zum Glück wohnt meine Schwester in München, um ein Hotel muss ich mich schon mal nicht kümmern. Kann sich ja zur Wiesn auch kein Mensch leisten :)

 

Ein Prosit der Gemütlichkeit


Wir hatten Reservierungen für drei Tage - zum Glück nicht hintereinander, sondern mit ordentlich Pause zwischendrin. Und auch immer "nur" Mittagswiesn. Und schon am Tag 1 stellte sich heraus, dass es (mal wieder) viel einfacher war, als ich es mir im Voraus ausgemalt hatte. Das alkoholfreie Helle kann man sehr gut trinken. Davon ging über den ganzen Nachmittag verteilt vielleicht die Hälfte, der Rest wurde am Tisch behalten, um die obligatorische Anstoß-Orgie beim "Prosit der Gemütlichkeit" mitzumachen. Bäh, aber ganz im Ernst, warmes Bier ist auch zum Nippen irgendwann echt eklig.

Es kam der Morgen vor unserem zweiten Wiesnbesuch und auf einmal sagte meine Mama "Babs, zieh doch mal die Dirndl über, ich möchte sehen, wie sie aussehen" - Ihr erinnert Euch? Das "geänderte" und die, die "gingen"?

Ähem.. tja, zum Glück habe ich sie übergezogen, denn die waren auf einmal viel zu groß! Also wirklich soviel zu groß, dass die einfach unmöglich aussahen. Da half auch das Schnüren nichts, weil dann der überschüssige Stoff abstand. Ich war total fassungslos. Zum Glück sind meine Mama und meine Schwester aber begnadet, was den Umgang mit der Nähmaschine anging. Sofort wurde gleich gefachsimpelt, wenn man das hier auftrennt und dort abnimmt, und da etwas einsetzt, dann fällt das gar nicht auf. Ende vom Lied? Drei Stunden saßen die beiden und haben meine Dirndl enger genäht, mir fielen dabei so Hilfsarbeiten zu, wie das Nähgarn einzufädeln, weil ich die einzige bin, die NOCH keine Brille braucht. Ich bin gehässig, ich weiß.

Und was soll ich sagen, sie sitzen hervorragend! Obwohl, eines etwas zu gut gemeint, da war ich nach 7 Stunden froh, als ich es ausziehen konnte. :)

Auch Tag 2 und 3 liefen hervorragend. Das Essen war allerdings eine Herausforderung. Beim Sightseeing an den Pausentagen habe ich auf die harte Tour gelernt, dass Schweinsbraten nicht funktioniert. Vielleicht war es aber auch die Soße, die nach "aus der Tüte" schmeckte. Weißwurst geht, da wird ja die Pelle abgezogen. Und zur Not reicht halt auch eine Brezn.

Das ist natürlich weder gesund, noch ausgewogen oder nachhaltig, aber "Scheiß drauf, Wiesn ist nur einmal im Jahr..." :)

Und was haben wir sonst an den Pausentagen gemacht? Meine Mama und ich waren shoppen. In ganz normalen Läden. Jawohl! Ich darf stolz verkünden, ich trage eine Kleidergröße 46. Und noch in der Umkleide beim Schaulaufen wurden Fotos gemacht und nach Hause geschickt. Darf ich darauf hinweisen, dass meine Mama die Emoji-Queen ist?

Richtig schicke Sachen habe ich mir gekauft. Auch wenn meine Mama mich immer in ihre Lieblingsfarben Beige, Grau oder Braun stecken will. Da muss sie noch dazu lernen.... die Farben funktionieren hervorragend mit meinen Schwestern, aber ich sehe darin 15 Jahre älter aus.. oder gleich wie tot.

Rausgekommen sind enge Hosen und schmale Oberteile, dazu hohe Schuhe - da muss ich dann noch dazu lernen.